Viele Unternehmen bieten den Gästen Ihres Hauses als Service einen kostenlosen WLAN-Zugang an. Aus rechtlicher Sicht ist dies nicht ganz unbedenklich, da das Unternehmen für rechtswidrige Handlungen verantwortlich ist, die über diesen WLAN-Anschluss begangen werden. Unternehmen sollten daher darauf achten, stets individuelle Zugangskennungen zu vergeben.

Die Sicherung des WLAN-Anschlusses

Derzeit werden die Forderungen, nach einer Lockerung der Haftung für WLAN-Anschlüsse immer lauter. Nichts desto trotz haftet nach aktueller Rechtslage noch der Anschlussinhaber grundsätzlich für alle rechtswidrigen Handlungen, die über dessen Internetanschluss begangen werden. Dies gilt selbstverständlich auch für Internetanschlüsse eines Unternehmens.

Primär haftet zwar derjenige, der die rechtswidrige Handlung tatsächlich begangen hat. Diese Person herauszufinden ist jedoch meistens sehr schwierig, da die die Rückverfolgung der IP-Adresse durch den Provider nur bis zum „Unternehmenstor“ möglich ist. Deshalb wird im Regelfall die Suche des Schuldigen auf den Anschlussinhaber beschränkt, da dieser ja auch in Anspruch genommen werden kann.

Um der Haftung zu entgehen, sollte ein Unternehmen seinen WLAN-Anschluss zwingend verschlüsseln. Dabei ist die zur Zeit der Einrichtung des WLANs sicherste Verschlüsselungsmethode zu wählen, derzeit ist dies WPA2. Notwendig ist es zudem, die Verschlüsselungsmethode ständig aktuell zu halten und stets dem technischen Fortschritt anzupassen. Von ungesicherten WLAN-Netzwerken ist dringend abzuraten.

Individuelle Kennungen der WLAN-Zugänge

Daneben sollten auch stets individuelle Kennungen vergeben werden. Diese haben zumindest einen psychologischen Effekt, denn ein Nutzer mit individuellem Zugang dürfte wohl gehemmter sein, rechtswidrige Taten zu begehen, als ein Nutzer mit einer Gruppenkennung. Eine Aufzeichnung der Zuordnung der Accounts zu den Nutzern ist aus datenschutzrechtlicher Sicht problematisch, weshalb vor Speicherung der Daten eine Einwilligung eingeholt werden sollte.

Das Mitloggen der Aktivitäten der einzelnen Nutzeraccounts ist technisch zwar grundsätzlich möglich, jedoch kommt den Log-Files in der Praxis kein hoher Beweiswert zu, weshalb dies nicht zwingend nötig erscheint. Auch können hier datenschutzrechtliche Probleme entstehen, wenn die Nutzeraccounts einzelnen Personen zugeordnet werden können.

Ebenso besteht für die Unternehmen die Möglichkeit, bestimmte Ports zu sperren, beispielsweise die typischerweise für Filesharing verwendeten Ports. Auch eine Beschränkung der Bandbreite ist möglich.
Die Nutzer sollten hierüber jedoch vorab informiert werden.

Wesentlich wichtiger ist jedoch, die Nutzer ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass bei der Nutzung des Accounts keinerlei rechtswidrige Handlungen begangen werden dürfen. Aus Gründen der Nachweisbarkeit sollte der Hinweis nicht nur öffentlich ausgehängt werden, sondern von den Nutzern vor der WLAN-Nutzung durch Anklicken bestätigt werden müssen.

Eine 100%ige Sicherheit, nicht haften zu müssen, können jedoch auch diese Maßnahmen nicht gewährleisten, da es derzeit kein Patenzrezept für ein rechtskonformes öffentliches WLAN gibt.