Baldiges Aus für US-Daten-Dienstleister in der EU?

Wieder einmal wollen Behörden in den USA den vollen Zugriff auf Kundendaten von US-Unternehmen – auch wenn diese Daten in Rechenzentren in Europa gespeichert sind. Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten muss nun entscheiden, ob dies rechtens ist. Falls er den Zugriff auf die Daten für legitim erklärt, hätte dies katastrophale datenschutzrechtliche Auswirkungen.

Zukunft des EU-U.S. Privacy Shield unter Trump unsicher

Dass US-Präsident Donald Trump nicht viel vom Datenschutz hält, hat er schon mehrfach gezeigt. Zukünftig könnten Unternehmen innerhalb der EU davon betroffen sein. Denn ob das erst 2016 ausgehandelte EU-U.S. Privacy Shield Bestand haben wird, ist derzeit sehr fraglich. Ohne dieses Abkommen ist eine Übertragung personenbezogener Daten in die USA aber juristisch (nahezu) unmöglich.

Überprüfung von Website-Verschlüsselung in Bayern?

Unternehmen mit Sitz in Bayern, die eine Website betreiben, könnte kurzfristig eine Überprüfung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht (BayLDA) in Haus stehen. Konkretes Prüfinteresse der Datenschützer ist dieses Mal die Verschlüsselung von Websites. Auf welche Fragen Unternehmen sich vorbereiten sollten und was die technischen Hintergründe sind, erklärt unser Beitrag.

EU-U.S. Privacy Shield verabschiedet

Am 12. Juli 2016 verabschiedete die EU-Kommission das von allen Beteiligten sehnlichst erwartete EU-U.S. Privacy Shield. Es löst das durch Urteil des Europäischen Gerichtshofs für ungültig erklärte Safe-Harbor-Abkommen ab. Nachdem ein erster Entwurf für das Abkommen zur Ermöglichung von Datentransfers in die USA bereits Ende Februar 2016 auf dem Tisch lag, folgten noch weitere Abstimmungsrunden, bis das Regelwerk endlich von allen Seiten abgesegnet wurde. In einer Pressemitteilung verkündete die EU-Kommission nun ihren Beschluss zum EU-U.S. Privacy Shield.

Unternehmen im datenschutzrechtlichen Würgegriff der US-Behörden

Wie stark nutzen US-amerikanische Behörden eigentlich ihr Recht, personenbezogene Daten von Unternehmen zu kontrollieren? Angesichts der spektakulären Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), den Datentransfer in die USA auf Grundlage des Safe-Harbor-Abkommens für unwirksam zu erklären, gewinnt diese Frage neue Brisanz. Immerhin führte das Gericht die massenhaften und unkontrollierten Überprüfungsaktivitäten US-amerikanischer Behörden als wichtiges Argument an. Denn dies sei nicht mit den datenschutzrechtlichen Regelungen der EU vereinbar, so der EuGH. Wie aktuelle Veröffentlichungen zeigen, lag der Gerichtshof mit seiner Urteils-Begründung noch näher an der Realität, als zu befürchten war.

Mehr Datenschutz durch neues Melderecht