Die Idee der Mobile-Werbung klingt insbesondere für Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen vielversprechend: Potenzielle Kunden sollen genau dann über die Werbung erreicht werden, wenn sie sich in der Nähe Ihres Geschäfts oder einer Ihrer Filialen aufhalten. Denn so verlockend Ihr Angebot auch gestaltet sein mag – wenn der Kunde erst einen Tagesausflug unternehmen müsste, um es wahrzunehmen, verblasst sein Reiz schnell.

Mobile Werbung

Die mobile Nutzung des Internets und die moderne Ortungstechnik machen passgerechte Werbung möglich. Doch wenn es darum geht, Daten von potenziellen Kunden möglichst genau auszuwerten, kommen selbstverständlich auch Datenschutz-Bedenken auf. Die gute Nachricht: Mobile-Werbung und Datenschutz sind miteinander vereinbar – es kommt nur auf das Wie an. Die genaue Auseinandersetzung mit dem Thema zahlt sich aus. Schließlich wird mit dem Werbeaufwand der Zweck verfolgt, ein positives Bild des Unternehmens zu transportieren. In der Öffentlichkeit durch einen fahrlässigen Umgang mit den Daten potenzieller Kunden aufzufallen, würde aber das Gegenteil bewirken.

Einstieg in die Mobile-Werbung: Was ist zu beachten?

Ob Ihr Unternehmen selbst eine Anwendung entwickeln möchte oder die Lösung eines externen Anbieters überprüft werden soll – folgende Punkte sind aus Sicht des Datenschutzes relevant. So glänzen Sie gegenüber möglichen Kunden nicht nur mit einem attraktiven Angebot, sondern auch mit Vertrauenswürdigkeit und Professionalität.

Anonymisierung

Die Besonderheit der Mobile-Werbung liegt in der Verarbeitung von Standortdaten eines Anwenders. Was sich in dessen Umgebung abspielt, ist für ihn von größerem Interesse als örtlich weiter entfernte Angebote. Darauf baut die maßgeschneiderte Mobile-Werbung auf. Die Nutzung von Standortdaten zu diesem Zwecke ist an sich gar kein so großes Problem. Es ist nämlich durchaus möglich, Werbung gezielt an Mobile-Nutzer auszuspielen, die sich in einem bestimmten Umkreis aufhalten, ohne dass die dabei verarbeiteten Daten einzelnen Personen zuordenbar sind. Die Datenverarbeitung muss nur anonymisiert erfolgen.

Nutzerprofile

Auch wenn viele Internetnutzer selbst fahrlässig mit ihren personenbezogenen Daten umgehen, geschieht dies meist mehr aus mangelnder Information denn aus Gleichgültigkeit. Die meisten Menschen empfinden es sicherlich als unangenehm, wenn jede Ihrer Bewegungen protokolliert wird und sie keinen Überblick darüber haben, wo überall ihre Bewegungsprofile gespeichert liegen und wer alles darauf Zugriff hat. Dieses negative Gefühl muss ein Kunde nicht mit Ihrem Unternehmen in Verbindung bringen, denn Bewegungsprofile sind für zielgerichtete Werbung nicht notwendig. Erheben und speichern Sie Daten daher immer auf eine Art und Weise, dass es unmöglich ist, eindeutige Gerätekennungen wie beispielsweise die IMEI-Nummer den entsprechenden Standortdaten zuzuordnen und somit Bewegungsprofile zu bilden.

Datensparsamkeit

Die Marketingabteilungen in Unternehmen haben meist einen regelrechten Heißhunger auf möglichst umfangreiche und genau zuordenbare Daten. Auch wenn zunächst nicht einmal ganz klar ist, wozu diese genutzt werden sollen, werden die Marketing- und Vertriebsmitarbeiter alles speichern wollen, was sie in Erfahrung bringen können. Die Praxis zeigt, dass sie aber in ihrem Eifer, die Möglichkeiten der Kundenansprache bis ins Letzte auszunutzen, häufig übersehen, dass ein solches Verhalten ihren eigenen Zielen zuwiderlaufen kann. Ein Zustand mit genervten oder verunsicherten Kunden und einem beschädigten Renommee lässt sich nur mit viel Mühe ins Positive umkehren.

Besser ist es, von Anfang an das richtige Maß zu finden. Wie überall, wo der Datenschutz tangiert wird, gilt auch hier der allgemeine Grundsatz der Datensparsamkeit. Ihre Lösung für Mobile-Werbung sollte daher genau an Ihre Erfordernisse angepasst sein. Standortorientierte Werbung braucht tatsächlich gar nicht so viele personenbezogene Daten. Entwickeln Sie daher zunächst eine Aufstellung darüber, welche Daten wirklich erforderlich sind und wie diese genau genutzt werden sollen. Darüber hinaus dürfen Sie auch aus rechtlicher Sicht keine Daten erheben. Außerdem sind Sie dazu verpflichtet, die erhoben Daten zu löschen, sobald der vorgesehene Zweck erfüllt ist.

Informierung der Nutzer

Die Grundlage dafür, dass Sie überhaupt die Daten Ihrer potenziellen Kunden für Mobile-Werbung nutzen dürfen, ist deren informierte Einwilligung. Die einzusetzende Anwendung muss also sicherstellen, dass der Nutzer vor der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung seiner Daten verständlich und unübersehbar darüber informiert wird,

  • welche Daten über ihn erhoben werden,
  • welcher Zweck damit verfolgt wird,
  • wer die verarbeitende Stelle ist und
  • an wen die Daten ggf. weitergegeben werden

Eine Einwilligung ist nur dann rechtsgültig, wenn sie informiert und freiwillig erfolgt ist. Wann dies genau der Fall ist, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Widerspruchsmöglichkeit

Es genügt nicht, einen Nutzer lediglich darüber in Kenntnis zu setzen, was im Rahmen der Mobile-Werbung mit seinen Daten unternommen wird, er muss auch die Möglichkeit haben, dem zukünftig zu widersprechen. Die Lösung Ihrer Wahl sollte eine entsprechende Opt-Out-Möglichkeit vorsehen.

Datensicherheit

Nachdem Sie durch die Beachtung der vorangegangenen Punkte potenziellen Kunden gegenüber Ihren guten Willen versichert haben, verantwortungsbewusst mit deren Daten umzugehen, müssen Sie diesen auch technisch absichern. Achten Sie daher darauf, dass die Mobile-Lösung, die Sie einsetzen möchten, dem Standard der Datensicherheit entspricht, der auch innerhalb Ihres Unternehmens herrscht. Dies gilt insbesondere für die Übermittlung der Daten: Diese sollte unbedingt verschlüsselt erfolgen.
 

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Artikelbild: Symbolbild (c) tinou bao

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