Wie angekündigt hat das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (LDA) damit begonnen, Mobile-Apps in einem automatisierten Verfahren zu kontrollieren. Bei der ersten Prüfaktion wurden erhebliche Mängel im Umgang mit personenbezogenen Daten festgestellt.

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Sämtliche Unternehmen und Stellen, die Interessenten mobile Anwendungen zur Verfügung stellen, sind verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass diese den gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz genügen. Das LDA in Bayern hat die Kontrolle von Mobile-Apps zu einem seiner Schwerpunkte im aktuellen Jahr erklärt und eigens ein Prüflabor für diesen Zweck eingerichtet.

Auftakt mit wenigen Prüfkriterien

In seinem ersten Prüfdurchlauf hat die Behörde 30 Apps bayerischer Unternehmen getestet. Im ersten Schritt lag das Augenmerk lediglich auf der Verfügbarkeit und Auffindbarkeit einer Datenschutzerklärung, deren Verständlichkeit sowie der Erreichbarkeit des verantwortlichen Unternehmens, um von diesem Antworten auf datenschutzrechtliche Fragen erhalten zu können.

Bei künftigen Aktionen will das LDA auch prüfen, welche Daten durch Apps erhoben und übermittelt werden. Dabei soll auch kontrolliert werden, ob die tatsächlichen Datenbewegungen mit den Angaben in den Datenschutzerklärungen übereinstimmen. Selbstverständlich wird sich spätestens dann auch hier ggf. die Frage nach der beanspruchten Rechtsgrundlage stellen. Zur Erinnerung: Eine „Datenschutzerklärung“ allein, kann diese nicht ersetzen.

Großteil geprüfter Apps fällt durch

Das Ergebnis der Auftaktprüfung des Landesamtes ist alarmierend für Datenschützer: Ganze 75% der Programme besitzen keine Datenschutzerklärung, die den gesetzlichen Vorschriften entspricht. In den wenigsten Fällen wird dem Nutzer eine Kontaktmöglichkeit für datenschutzrechtliche Belange angeboten. Wer überhaupt die verantwortliche Stelle ist, läßt sich bei einigen Apps nur über eine recht weitgehende Recherche ermitteln.

Schonfrist für App-Anbieter

Das LDA sieht zunächst davon ab, aufgrund der ermittelten Mängel Bußgelder festzusetzen. Im nächsten Prüfdurchlauf soll sich das jedoch ändern. Unternehmen, die Mobile-Apps zur Verfügung stellen, sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, ihr Angebot an die datenschutzrechtlichen Anforderungen anzupassen. Wir haben hier wichtige Kriterien für Sie zusammengefasst.

Das Landesamt will bis zum Herbst in Absprache mit den Aufsichtsbehörden konkrete Hinweise für Entwickler, Anbieter und Nutzer von Apps entwickeln und diese auf seiner Homepage veröffentlichen.

Historie der Datenschutz-Prüfungen durch das BayLDA

    Artikelbild: Symbolbild (c) DieZBW

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