Das Do-Not-Track-Verfahren zum Schutz der Privatsphäre im Internet entwickelt sich zum Standard: Nachdem immer mehr Browser-Hersteller die Funktion implementiert haben, hat das W3C-Konsortium einen Entwurf für eine entsprechende Leitlinie veröffentlicht.

Um das Surfverhalten von Internetnutzern für Marketingzwecke zu analysieren und ihnen maßgeschneiderte Werbung zu präsentieren, setzen Werbetreibende beim Besuch einer Webseite Cookies, über die sie einen User wiedererkennen können. Die Werbeindustrie ging bisher grundsätzlich davon aus, dass Internetnutzer nichts dagegen haben, auf diese Weise durch das Netz verfolgt zu werden. Wer das nicht wollte, musste selbst aktiv werden und Maßnahmen dagegen ergreifen.

Die internationale Arbeitsgruppe W3C hat einen Entwurf veröffentlicht, mit dem der von Mozilla entwickelte Do-Not-Track-Header jetzt zum Standard erhoben werden soll. Die Idee hinter dem Verfahren ist, den Spieß umzudrehen: Mit einer einmaligen Einstellung im Browser erklärt der Nutzer, dass er nicht getrackt werden möchte.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Trackingfunktionen damit automatisch ausgeschaltet werden. Die Werbetreibenden werden lediglich von dem Wunsch des Nutzers in Kenntnis gesetzt. Eine Verpflichtung, sich daran zu halten, gibt es bisher nicht. Viele Anbieter lehnen Do Not Track (DNT) kategorisch ab. Google beispielsweise bietet diese Funktion gar nicht erst in seinem Chrome-Browser an.

Das könnte sich jedoch bald ändern. In den USA wird derzeit ein Gesetzentwurf diskutiert, nach dem Anbieter dazu verpflichtet werden sollen, sich an den Wunsch der Nutzer zu halten. Bleibt abzuwarten, ob die Gesetzgeber in Europa nachziehen.

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Artikelbild: (c) lizjones112

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