Kundenvertrauen als Erfolgsfaktor

Es ist selbstverständlich, dass das Vertrauen, welches ein Interessent einem Anbieter gegenüber empfindet, bei der Entscheidung für oder gegen diesen Anbieter eine wesentliche Rolle spielt. Eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zeigt nun, dass sich der Faktor Vertrauen sogar noch potenziert, wenn der mögliche Kunde und der Anbieter über das Internet interagieren. Fast 70% der befragten Personen gaben an, dass ihre Unsicherheit darüber, wie sie ihren potenziellen Geschäftspartner einschätzen sollen, online größer ist, als bei einer persönlichen Begegnung.

Der Erfolg eines Unternehmens hängt eindeutig zu einem ganz wesentlichen Teil von dem Vertrauen ab, das ihm Kunden und Geschäftspartner entgegenbringen. Dies gilt selbstverständlich nicht nur für Onlinehändler und Anbieter von Internetdienstleistungen. Kunden informieren sich regelmäßig und vorab online über das Angebot von Unternehmen. Druck oder Handlunsgzwang bestehen hier ebenso wenig, wie die Scheu, trotz ausführlicher Suche ein Ladengeschäft ohne Kauf wieder zu verlassen. Im online Bereich stehen Unternehmen deutlich stärker in Konkurrenz, da den Interessenten meist mehr Informationen und eine jederzeitige Vergleichsmöglichkeit mit Wettbewerbern zur Verfügung stehen.

Neben dem eigentlichen Geschäft, spielen hier zunehmend auch Nebenschauplätze eine Rolle. Geschäftsverhältnisse beinhalten regelmäßig Transfer und Speicherung von Daten des Geschäftspartners oder Kunden. Wenn Unternehmen hier die Themen Datenschutz und Datensicherheit nicht offensiv und für Interessenten transparent betreiben, rächt sich dies also unter Umständen nicht erst bei einer Datenpanne. Wer im Bereich des Datenschutzes und der Datensicherheit nicht überzeugend auftritt, erleidet durch entgangene Aufträge laufend einen Schaden und merkt dies vielleicht nicht einmal.
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Die Bitkom-Studie zeigt gleichzeitig, dass bisher relativ wenige Unternehmen den Vorteil des Kundenvertrauens im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit für sich nutzen. Eine hohe Zahl an deutschen Firmen hat einen gravierenden Nachholbedarf bei diesen Themen und bietet dadurch Wettbewerbern, die im Bereich Datenschutz besser aufgestellt sind, einen deutlichen und unnötigen Wettbewerbsvorteil. Viele Mängel sind hier für externe leicht zu erkennen, wären aber ebenso leicht zu beheben. Ein Beispiel hierfür ist die für die meisten Unternehmen bestehende Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten, die fast 40% der betroffenen Stellen nicht erfüllen. Dies ist umso schwerwiegender, da dessen Aufgabe es gerade wäre, sich um die Beachtung des Datenschutzes zu kümmern, was zu einer weiteren Verschlechterung der Situation führt bzw. dazu, dass keine Verbesserung erfolgt.

Ebenso verfügen zwei Drittel der deutschen Unternehmen nicht über einen Notfallplan für Datenverluste. Der Mangel stellt sich noch gravierender dar, wenn man die Branchenzugehörigkeit berücksichtigt: Denn Unternehmen der IT- und Kommunikationsbranche beeinflussen den Prozentsatz merkbar. Rechnet man diese heraus, zeigt sich, dass noch nicht einmal die Hälfte der Unternehmen, die IT lediglich anwenden und nicht anbieten, über einen solchen Plan verfügen. Das kann bei einem Notfall fatale Auswirkungen haben.

Der Aufwand für ein vertrauenswürdiges Auftreten lohnt sich für Unternehmen. Ein professionelles Audit verschafft hier Klarheit über den IST-Zustand des Unternehmens bezüglich Datenschutz und Datensicherheit und zeigt auf, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht. Um das erreichte hohe Sicherheitsniveau auch als Wettbewerbsvorteil zu nutzen, ist es ggf. auch empfehlenswert, die relevanten Unternehmensbereiche nach einem anerkannten Standard zertifizieren zu lassen.

In unserem Portal für Datenschutzbeauftragte finden Sie Ratgeber und kostenlose Vorlagen für alle Aufgaben des unternehmerischen Datenschutzes.

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