activeMind Datenschutzexperte Marc Placzek in Hongkong

Nachdem die Verabschiedung der EU-Datenschutz-Grundverordnung in Europa bereits viel Aufmerksamkeit auf sich zog, werden auch andere Regionen auf die neuen Vorschriften zum Datenschutz aufmerksam. Vor allem Artikel 3 der Datenschutz-Grundverordnung, der deren Anwendungsbereich auch auf Unternehmen erweitert, die keine Niederlassung in Europa haben, führt zu viel Aufregung, wie eine Präsentation der activeMind AG in Hongkong zeigte.

Im Juni 2016 lud die Hong Kong General Chamber of Commerce den Datenschutz-Experten Marc Placzek ein, die neue Datenschutz-Grundverordnung und mögliche Auswirkungen auf asiatische Unternehmen zu erläutern. Zu der Konferenz kamen die Mitglieder der Handelskammer, interessierte Vertreter aus der Wirtschaft sowie im Datenschutz- und Datensicherheitsbereich tätige Personen.

Dargestellt wurden vor allem der Anwendungsbereich der Grundverordnung, der Datentransfer ins Ausland sowie die in Europa geltenden Betroffenenrechte, die in Zukunft auch von Unternehmen im Ausland beachtet werden müssen, sofern sie in den Anwendungskreis der Datenschutz-Grundverordnung fallen. Für zusätzliche Aufmerksamkeit führte außerdem ein in einer Zeitung abgedrucktes Statement des Hong Kong Privacy Commissioner for Personal Data, Stephen Wong Kai-yi, der ankündigte, dass die Entwicklungen in Europa bei der Revision des Datenschutzrechtes in Honkong Beachtung finden werden.

activeMind Datenschutzexperte Marc Placzek in Hongkong

Die Präsentation zur Grundverordnung wurde mit viel Interesse verfolgt. Im Anschluss fand eine lebhafte Diskussion zu den einzelnen Themenbereichen statt. Im Fokus standen dabei vor allem die Durchsetzbarkeit der DSGVO im nicht-europäischen Bereich sowie die Frage, wie nicht-europäische Unternehmen ohne Sitz in der EU in Zukunft mit den neuen Datenschutz-Vorgaben, inklusive den verlangten technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Datensicherheit umgehen werden. Bei letzterem wurden insbesondere internationale Normen wie z. B. die ISO 27001 zur Informationssicherheit angesprochen, die in den Fokus rücken werden.

Der dargestellte Themenkomplex sollte aber durchaus auch von deutschen und europäischen Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland im Auge behalten werden. Gerade ein Datentransfer aus der EU in Drittstaaten will wohlüberlegt sein. Und als ein solcher Drittstaat im Sinne des Datenschutzes wird nach dem Brexit sogar Großbritannien gelten.

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